Das Blasloch („Blowhole“) von Islibhig, Foto © Hans-Martin Goede

LEWIS/UIG (06.10.2026) Wer auf Uig – dem südwestlichen „Zipfel“ von Lewis – unterwegs ist und über die Uig-Sands hinaus die Singel-Track-Road nach Süden nimmt, kommt zunächst an den „Mangersta Stacks“, den atemberaubenden Felsnasen an den Klippen des namensgebenden „Ortes“ Mangurstadgh“ vorbei. Ist man bei den Staca Leathann angekommen, weist das Schild auf die Hausansammlung „Islibhig“ hin – und so manches Schild mit „Parken verboten“ macht hier das Anhalten auch nicht gerade einfach. Doch genau hier, in etwa 600 Meter Luftlinie entfernt direkt an der Küste gelegen, findet sich ein geologisches Unikat der Inseln – das Islibhig„Blasloch“.

Das Blasloch („Blowhole“) von Islibhig, Foto © Hans-Martin Goede

Ein Blasloch, englisch „Blowhole“, ist eine natürliche Öffnung in einem Küstenfelsen, durch die bei starkem Wellengang Wasser und Luft nach oben gepresst werden. Bis es so weit ist, vergehen oft Jahrtausende:  Wellen treffen unablässig auf die Felsküste. Besonders angreifbar sind Klüfte, Spalten, Verwerfungen und unterschiedliche Gesteinsschichten – und das hat es hier an der Westküste wahrlich mehr als genug. Das Wasser dringt in diese Risse ein, die Luft darin wird bei jeder Welle zusammengedrückt. Der wechselnde Druck sprengt allmählich kleine Gesteinsstücke heraus. Treibende Steine und Sand wirken zusätzlich wie Schleifpapier – irgendwann wird die Schwachstelle der Klippen zu einer Brandungshöhle. Sie wächst vor allem in der Tiefe, weil dort jede Welle neue Kraft entfaltet. Das „Dach der Höhle“ wird durch Verwitterung, Salzsprengung und das Wasser, das in Risse sickert, immer dünner. Bricht schließlich ein Stück der Decke durch, entsteht eine Öffnung zur Oberfläche: das Blasloch. Rollt nun eine große Welle in die Höhle, drückt sie Wasser und Luft durch den Schlot nach oben. Bei hohem Seegang oder Flut schießt eine Fontäne aus dem Fels, oft begleitet von einem dumpfen Zischen oder Grollen.

Die Schafe am Blasloch („Blowhole“) von Islibhig, Foto © Hans-Martin Goede

Dies erfordert aber mehr als nur leichten Wind – und dann wird es bei Uslibhig schwierig, sich durch die Machairs, Bäche, Tümpel und Moorabschnitte bis zum Blasloch über ca. 15 bis 20 Minuten hinweg mit wasserfesten Schuhen voran zu kämpfen – einen offiziellen Weg oder Pfad gibt es nicht. Gekennzeichnet ist das Blasloch letztlich durch gelbe Tafeln, denn es geht doch locker mal mehr als 20 Meter in die Tiefe. Dass hier nicht gerade viele Touristen hin kommen, erkennt man u.a. auch an den Schafen vor Ort, die durchaus verwirrt einen Touristen an dieser Stelle entgeistern anstarren.

Geokoordinaten: 58.130851525760654, -7.128656383404558, entspricht 58° 7′ 51,07″ N, 7° 7′ 43,16“.

Das Blasloch („Blowhole“) von Islibhig – Video © Hans-Martin Goede